In den ersten vier Schuljahren fällt Chantal durch erhebliche Rechtschreibprobleme auf. Die Lehrer setzen aber darauf, dass das Mädchen seine Defizite im Unterricht aufarbeiten kann.

So erreicht Chantal die siebte Klasse. Sie traut sich im Unterricht kaum noch etwas zu, hat eine Leseblockade und spricht so leise, dass sie kaum zu verstehen ist. Sie berichtet von zunehmendem Mobbing durch Mitschülerinnen und fühlt sich von den Lehrerinnen alleingelassen.

Die Eltern setzen sich für eine Lerntherapie ein. Die Lerntherapeutin macht eine Anamnese, erhebt also die Entwicklung der Störung: Chantal schreibt weitgehend lautgetreu, unter Auslassung der Dehnungs- und Dopplungszeichen. Längere Wörter kann sie nicht in Silben zerlegen. Darüber hinaus ergeben sich im sensomotorischen Bereich keine weiteren Auffälligkeiten. Ihre Hauptprobleme liegen offenbar im schriftsprachlichen und im psychischen Bereich. Damit steht fest: Chantal braucht Lerntherapie.

Die Therapie setzt an den psychischen Problemen an. Es gelingt, Chantals Einstellung zum Lesen und Schreiben zu verbessern. Die Therapie stärkt ihr Selbstbild und ihr Selbstbewusstsein – ihre Lernerfolge entwickeln sich positiv.

Nach 80 Stunden Lerntherapie entwickelt sich Chantal zu einer selbstbewussten jungen Frau. Sie erreicht den Hauptschulabschluss und absolviert inzwischen eine außerbetriebliche Lehre als Dreherin.

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