Dyskalkulie

„Um dem Mathematikunterricht in der Schule folgen zu können, sollte ein Kind über verschiedene Voraussetzungen verfügen. ”


1. Motorische Voraussetzungen:

  • Erkennen von oben/unten, rechts/links, vorn/hinten (Raum/Lage-Wahrnehmung)
  • Eindeutig ausgeprägte Seitigkeit (rechts/links Lateralität)
  • Körpermittelkreuzung
  • Erfassen von Mengen,  zum Erlernen der Zahlenschreibweise (Fähigkeit in der visuellen Wahrnehmung)
  • Möglichkeit der Unterscheidung von Formen (Visuelles Gedächtnis)

Auswirkungen von Störungen in der Wahrnehmung:
Probleme in der Raum/Lage-Wahrnehmung können z.B. eine Umkehrung der Zahlenrichtung oder der Ziffernfolge nach sich ziehen, so schreibt das Kind 43 statt 34.

2. Allgemeine Lernvoraussetzungen:

Ein erfolgreiches Lernen in allen Fächern, so auch in der Mathematik ist nur möglich bei:

  • Ausreichender Lernbereitschaft
  • Strukturiertem Arbeitsverhalten
  • Konzentration

Auswirkungen von Störungen im Arbeitsverhalten:
Ein Kind, das z.B. seine Arbeitsmaterialien nicht geordnet in seiner Schultasche hat, verbringt viel Zeit mit dem Suchen des Materials und kann in der Zeit nicht zuhören und verpasst somit u.U. wichtige Erklärungen. Die Energie wird im Suchen verbraucht und fehlt im Unterricht.

3. Sprachliche Voraussetzungen:

Auch der sprachliche Bereich spielt in der Mathematik eine große Rolle:

  • Unterscheidung von drei, drittens, zu dritt (auditive Wahrnehmung)
  • Im Wortschatz müssen Begriffe wie und/dazugeben/vermehren, sowie mehr/weniger, größer/kleiner u.s.w. verankert sein
  • Arbeitsanweisungen müssen verstanden werden
  • Im Hörgedächtnis muss das Speichern von Zahlen/Zahlenfolgen möglich sein.

Auswirkungen von Störungen im sprachlichen Bereich:

Wenn ein Kind sprachlich nicht unterscheiden kann, ob es etwas hinzuzählen oder abziehen soll, sind die Ergebnisse falsch, obwohl das Kind von seinen mathematischen Voraussetzungen her richtig rechnen könnte.

4. Mathematische Voraussetzungen:
Schon in der ersten Klasse sollte ein Kind über folgende mathematische Voraussetzungen verfügen:

  • Mengenauffassung (Mengen von 5 und mehr oder kleiner als 5 bestimmen können, ohne zu zählen)
  • Merkfähigkeit (Zahlen nachsprechen von 4-5 Zahlen)
  • Mengenvergleich (mehr/weniger, größer/kleiner)
  • Beziehungen herstellen (Eins-zu-eins-Zuordnung: 1 Lehrer und 1 Schüler, 5 Tassen und 5 Untertassen))
  • Ordnen einer Menge (Reihen ordnen, ordnen nach Länge)
  • Zählen (vorwärts und rückwärts bis 10)
  • Formen unterscheiden (Dreieck, Kreis, Quadrat)
    Diese Gliederung ist dem Buch von Annegret Engel: "Lernen erleichtern" entnommen.

Auswirkungen von Störungen im mathematischen Bereich:

Oft haben Kinder mit einer Rechenschwäche z.B. keinen Mengenbegriff. Sie können eine Zahl nicht im Zusammenhang mit einer Zahl stellen. Sie können Mengen nicht gleichzeitig erfassen, sondern lösen Aufgaben, indem sie zählen und nicht rechnen.
Probleme in der Merkfähigkeit von Zahlen zeigen sich im Kopfrechnen und in der Schwierigkeit, die Einmaleinsreihen zu behalten.

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