Anna geht in die 3. Klasse. Ihre Familie kommt aus der Türkei. Sie selbst ist schon in HH geboren und kann gut deutsch sprechen. Allerdings fehlt es an sprachlichen Feinheiten. (z.B. Unterschied von vier und viertens).

Sie versteht auch nicht alle Arbeitsanweisungen.
Ihre motorischen Voraussetzungen sind gut, sie ist koordiniert und bewegungsfreudig.
 Mit der Lernbereitschaft hat sie in allen Fächern große Probleme. So achtet sie mehr auf das Äußere ihrer Klassenkameradinnen als auf die Anweisungen der Lehrer. Sie träumt viel, es fällt ihr schwer, sich an Regeln zu halten, beim Spielen versucht sie zu schummeln und manchmal schwindelt sie.
Ihre mathematischen Vorrausetzungen sind nicht verlässlich vorhanden. An einem Tag kennt sie die Partnerzahlen (z.B. 3+7 = 10,  4+6= 10) und kann ohne mit den Fingern zu zählen über den Zehnerübergang rechnen. An einem anderen Tag klappt gar nichts ohne Finger.
Einer, Zehner oder Hunderter geordnet untereinander zu schreiben fällt ihr schwer und so kommt sie zu falschen Ergebnissen.
Aufgrund der vielen Misserfolge ist sie zudem mutlos geworden.
In der Lerntherapie wird Anna neu motivieren und sie bekommt die Möglichkeit, in der Einzeltherapie ein Zahlenverständnis aufzubauen.
In dem eigens für sie aufgestellten Therapieplan sind die vordringlichsten Punkte:
•    Aufbau der Lernmotivation durch Erfolgserlebnisse
•    Zerlegen von Zahlen zum Aufbau eines Zahlenzusammenhangs
•    Regelspiele, als Vorbereitung für die mathematischen Regeln
•    das Verstehen des Stellenwertssystems.

Die Lerntherapeutin geht einmal in der Woche in die Schule und arbeitet dort in einem ruhigen Raum mit Anna.
Nach einem Jahr sind erste Fortschritte zu erkennen: Anna kann sich besser konzentrieren, erkennt die Wichtigkeit von Regeln und kann ohne Hilfe der Finger den Zehnerübergang bewältigen.